Geschichte der Gründung

Das Intersein-Zentrum wurde auf Initiative von Amoghavajra Karl Schmied zusammen mit Helga und Karl Riedl gegründet und am 22. Mai 1999 eröffnet.

Karl Schmied fand in den 1970er Jahren zum Buddhismus, wurde 1983 zum Dharmalehrer-Dharmacarya des von Lama Anagarika Govinda gegründeten Ordens „Arya Maitreya Mandala“ und war von 1984-1988 Präsident der Deutschen buddhistischen Union.
Seine erste Begegnung mit Thich Nhat Hanh 1988 war für ihn ein bewegendes und einschneidendes Ereignis. Mit aller ihm eigenen Begeisterung setzte er sich fortan dafür ein, die Lehren von Thich Nhat Hanh in Deutschland bekannt zu machen. Er koordinierte und organisierte seine Retreats in Deutschland und die Herausgabe seiner Bücher in deutscher Sprache. Jede freie Zeit, die ihm in seinem herausfordernden Berufsleben zur Verfügung stand, verbrachte er in Plum Village.

Helgas und Karls spiritueller Weg begann 1978 mit Bhagwan/Osho Sri Rajneesh, führte in große internationale Communities in England und den USA, in Klöster in Sri Lanka und Thailand und schließlich nach Italien, um am Lama Tsong Khapa Institut in Pomaia, südlich von Pisa, zu studieren.
Ihre Begegnung 1992 mit Thich Nhat Hanh, der am Institut sein erstes Retreat in Italien gab, erlebten sie so als wenn sie nach einer sehr langen Reise nach Hause gekommen wären. Am Ende des dreimonatigen Winter Retreats 1992- 1993 folgten sie der Einladung von Thich Nhat Hanh und lebten von dann ab für sechs Jahre in Plum Village.

Karl Schmied und Helga und Karl Riedl wurden 1994 von Thich Nhat Hanh in der traditionellen Zeremonie der „Übertragung der Lampe“ als Dharma Lehrer eingesetzt. Damit stehen sie in der 43. Generation der Lam Te (vietnamesich für „Lin-Ji“) Dhyana Schule und der 9. Generation der vietnamesischen Lieu Quan Dharma Linie.

Ihre tiefe Verbundenheit mit Thich Nhat Hanh und seiner besonderen, einmaligen Weise, den Buddha Dharma auszulegen und dadurch neue „Dharma Tore“ zu öffnen, führte zu der gemeinsamen Vision, in Deutschland ein Praxiszentrum nach dem Vorbild von Plum Village zu gründen.

Ein nahezu ideales Objekt wurde 1998 gefunden und erworben: das „Haus am Wald“, ein ehemaliges Landgasthaus mit großem Pensionsbetrieb. Es liegt in ruhiger Alleinlage am Rand des „Oberhüttenwald“ in der Nähe des Nationalparks „Bayerischer Wald“. Nach einer einjährigen Renovierungsphase zogen im Januar 1999 Helga und Karl mit zwei weiteren Freunden, Jan und Eva in das große Haus ein- und begannen mit der Praxis.

Die offizielle Eröffnung „Im Kreis von Freunden und mit einer schlichten Zeremonie“ fand dann am 22. Mai statt

Die starke Praxis baute sehr rasch eine deutliche „Bewusstseinsenergie“ auf. Allmählich kamen neue Mitglieder hinzu, blieben für einige Jahre und gingen dann ihren Lebensweg klarer und gestärkt wieder weiter: Gäste blieben für kürzere oder längere Zeit. Jeder trug auf seine besondere Weise zum Wachsen des Zentrums bei. Ein dynamischer Prozess, immer geduldig und stabil von Helga und Karl gehalten.

So ist ein „Achtsamkeits-Praxis-Zentrum“ („MPC-mindfulness-practice-center“) entstanden, das der Vision und dem Geist von Thich Nhat Hanh verpflichtet ist und wo auf einem stabilen buddhistischen Fundament die Lehre von Frieden, Mitgefühl und Verstehen gelehrt und gelebt wird.