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Schwerpunkte
"Alle spirituelle Praxis ist dazu angelegt, unser höch-stes menschliches Potenzial zur Entfaltung zu bringen und in einer komplexen und oft gewalttätigen Welt mit einem klaren und verständigen Geist und einem Herzen, das offen ist für alle Wesen, zu leben." (Mu Soeng: "Trust in mind")
Wenn man die evolutionäre Entwicklung des Bewusstseins der Menschheit betrachtet, deutet vieles darauf hin, dass wir zurzeit den Beginn eines neuen Bewusstseinszustandes erleben. Ein noch kleiner, aber stetig wachsender Teil der Menschheit befindet sich im Übergang vom rationalen, ichbezogenen Geisteszustand - der Mensch als Maß aller Dinge - zur integralen Bewusstseinsphase. Es war (und ist es immer noch) ein entscheidender Schritt in der Entwicklung der Menschheit, sich von der Bevormundung und Fremdbestimmung durch Autoritäten und soziale Machtstrukturen befreit und so einen ersten Schritt in die Entfaltung des menschlichen Potenzials gemacht zu haben. Aber der so entstandene "Individualismus" hat zu einem alles zerstörenden "Ego-zentrismus" geführt.
"Die Selbstzerstörung des Menschengeschlechts lässt sich nur dann vermeiden, wenn wir eine neue Kultur entwickeln, in der die spirituelle Dimension an erster Stelle steht." (Thich Nhat Hanh: "Schlüssel zum Zen" , 1973)
Ein Bewusstsein um die Verbundenheit von allem Lebendigen keimt auf. Dafür, dass alles Existierende miteinander verwoben ist, sich gegenseitig durchdringt und wechselseitig bedingt, hat Thich Nhat Hanh den Begriff "Intersein" geprägt.
Das ist zunächst ein Erkenntnisprozess, ein schwieriger Paradigmenwechsel, der dann zu einer "Kultur", einer Art zu sein und zu leben führen muss. Dass jeder von uns ein integriertes und zugleich gestaltendes Element eines dynamischen Ganzen ist - das will erkannt, erfahren und gelebt sein.
Dafür stehen wir, deswegen haben wir unserem Zentrum den Begriff "Intersein" vorangestellt. Das ist unser Erkenntnisprozess und unsere Handelnsgrundlage, um die wir uns täglich neu bemühen. Und unsere Aufgabe: Menschen in diesem Prozess zu unterstützen und zu begleiten.
Dazu haben sich die folgenden Schwerpunkte ergeben:
Wege zur Bewusstheit
Konkrete und detaillierte Achtsamkeitspraxis, wie sie in unserem täglichen Leben angewandt werden kann und Hinweise für eine bewusste Lebensweise
Themenbezogene Praxiszeiten,
in denen Aspekte des täglichen Lebens, Umgang mit Emotionen, achtsame Kommunikation und die Kultivierung von "spirituellen Qualitäten" wie zum Beispiel Liebe, Toleranz, Geduld usw. betrachtet werden.
Körper-Geist
In diesen Seminaren und Workshops soll erfahren werden, wie Körper und Geist miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Spirituelle Praxis ist nicht nur auf den Geist beschränkt.
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Unsere Ausrichtung
spiegelt sich in besonderer Weise konkret in den "Vierzehn Achtsamkeitsübungen" wider. Im folgenden führen wir diejenigen an, die den Schwerpunkten unseres Programms am meisten entsprechen.
Nicht-Haften an Ansichten
Im Bewusstsein des Leides, das durch das Festhalten an Ansichten und falschen Wahrnehmungen entsteht, sind wir entschlossen, Engstirnigkeit zu vermeiden und uns nicht an unsere gegenwärtigen Ansichten zu binden. Wir wollen das Nicht-Haften an Ansichten üben, um für die Erkenntnisse und Erfahrungen anderer offen zu sein. Wir sind uns bewusst, dass unser derzeitiges Wissen keine unveränderliche, absolute Wahrheit ist. Da sich Wahrheit nur im Leben selbst findet, wollen wir in jedem Augenblick das Leben in uns und um uns herum achtsam wahrnehmen und bereit sein, ein Leben lang zu lernen.
Freiheit des Denkens
Im Bewusstsein des Leides, das durch Aufzwingen von Meinungen entsteht, sind wir entschlossen, niemandem - auch nicht Kindern - unsere Meinungen aufzunötigen, weder durch Autorität, Drohung, Geld, Propaganda, noch Indoktrination. Wir wollen das Recht anderer respektieren, anders zu sein und selbst zu wählen, an was sie glauben und wofür sie sich entscheiden. Wir wollen jedoch unseren Mitmenschen in anteilnehmendem Gespräch helfen, Fanatismus und Engstirnigkeit zu überwinden.
Glücklich im gegenwärtigen Augenblick verweilen
Im Bewusstsein, dass Leben nur im gegenwärtigen Augenblick stattfindet, und dass es nur im Hier und Jetzt möglich ist, glücklich zu leben, verpflichten wir uns zu der Übung, jeden Augenblick des täglichen Lebens in tiefer Bewusstheit zu leben. Wir wollen versuchen, uns nicht in Zerstreuungen, im Bedauern über die Vergangenheit oder in Sorgen über die Zukunft zu verlieren. Wir wollen uns in der Gegenwart nicht von Begehrlichkeiten, Ärger oder Eifersucht gefangen nehmen lassen.
Wir wollen achtsames Atmen üben, um zu dem zurückzukehren, was im gegenwärtigen Augenblick geschieht. Wir sind entschlossen, die Kunst des achtsamen Lebens zu erlernen, indem wir die wunderbaren, erfrischenden und heilenden Kräfte berühren, die wir in uns und um uns herum vorfinden.
Indem wir den Samen der Freude, des Friedens, der Liebe und des Verstehens in uns Nahrung geben, fördern wir den Prozess der Transformation und Heilung in unserem Bewusstsein.
Wahrhafte und rechte Rede
Im Bewusstsein, dass Worte sowohl Leid als auch Glück hervorrufen können, wollen wir wahrhaftig und aufbauend reden lernen und nur so sprechen, dass Hoffnung und Vertrauen geweckt werden. Wir sind entschlossen, nichts Unwahres zu sagen, weder aus Eigeninteresse, noch um andere zu beeindrucken. Wir wollen keine Nachrichten verbreiten, für deren Wahrheitsgehalt wir uns nicht verbürgen können und nichts kritisieren oder missbilligen, worüber wir nichts Genaues wissen. Wir wollen unser Bestes tun, Unrecht beim Namen zu nennen, selbst dann, wenn wir dadurch unsere eigene Sicherheit gefährden.
Rechter Lebenserwerb
Im Bewusstsein, dass unserer Umwelt und Gesellschaft Gewalt und großes Unrecht angetan worden ist, sind wir entschlossen, in unserem Lebenserwerb den Menschen und der Natur nicht zu schaden. Wir wollen unser Bestes tun und eine Lebensweise wählen, die dazu beiträgt, unser Ideal von Verstehen und Mitgefühl zu verwirklichen. In Kenntnis der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Wirklichkeiten unserer Welt wollen wir uns als Konsumentinnen und Konsumenten und Bürgerinnen und Bürger verantwortungsbewusst verhalten und nicht in Unternehmen investieren, die andere ihrer Lebensmöglichkeiten berauben.
Ehrfurcht vor dem Leben
Im Bewusstsein, dass Kriege und Konflikte großes Leid verursachen, sind wir entschlossen, in unserem täglichen Leben Gewaltlosigkeit, Verstehen und Mitgefühl zu entwickeln. Wir wollen innerhalb von Familie, Gesellschaft, Staat und in der Welt zur Erziehung zum Frieden beitragen, bei Streitigkeiten in Achtsamkeit vermittelnd eingreifen und Versöhnung fördern. Wir sind entschlossen, nicht zu töten und es nicht zuzulassen, dass andere töten. Zusammen mit unserer Sangha wollen wir uns im tiefen Schauen üben, um bessere Wege zum Schutz des Lebens und zur Verhinderung von Kriegen zu finden.
[Die 14 Achtsamkeitsübungen - kompletter Text]
[An einem Retreat teilzunehmen, heißt......]
[Texte zu unserer Praxis - downloads]
[Freunde schreiben über ihre Erfahrungen mit der Praxis]
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